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Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller droht foodwatch mit juristischen Schritten - Der Schinken für das Traditionsprodukt darf auch aus Honolulu oder Buxtehude kommen

Schwarzwälder Schinken muss nicht unbedingt aus dem Schwarzwald kommen. foodwatch prangert das an.

Der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller will Kritik der Verbraucherorganisation foodwatch am Regionalitäts-Schummel beim Schwarzwälder Schinken mit juristischen Schritten verbieten. Schwarzwälder Schinken könne "auch aus Timbuktu" kommen - mit dieser Formulierung hatte foodwatch darauf aufmerksam gemacht, dass lediglich einzelne Produktionsschritte im Schwarzwald erfolgen müssen, die Schweine aber überall auf der Welt gehalten und geschlachtet werden dürfen. Der Schinken für den Schwarzwälder Schinken hat in der Regel auch de facto mit dem Schwarzwald nichts zu tun.

Wie foodwatch mitteilt, beziehe zum Beispiel die Firma Abraham als Groß-Produzent Schinken von weit außerhalb des Schwarzwalds und schneidet, verpackt und vertreibt das geräucherte Produkt von Niedersachsen aus - am Ende werde es mit viel Regionalitäts-Werbung als "Schwarzwälder Schinken" verkauft.

Der Schutzverband hat foodwatch zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung aufgefordert und mit weiteren juristischen Schritten gedroht, falls die Aussage weiter verbreitet werde, nach der Schwarzwälder Schinken auch aus Timbuktu kommen könne. Dem Schutzverband gehöre auch die Firma Abraham an, die von dem Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Jürgen Abraham, geleitet werde.

"Wir werden eine solche Unterlassungserklärung selbstverständlich nicht unterzeichnen", erklärte foodwatch-Sprecher Martin Rücker. "Anders als viele Verbraucher das erwarten mögen: Der Schinken, den sie am Ende als Schwarzwälder Schinken kaufen, darf von überall her kommen - ob aus Honolulu oder Buxtehude, aus Walla Walla oder Ouagadougou, aus Posemuckel oder aus Fuchs am Buckel. Der Schutzverband weiß das selbst am besten, denn er hat in seinem erfolgreichen Antrag für den europäischen Schutz der Bezeichnung Schwarzwälder Schinken keinerlei Festlegung für die Herkunft des Fleischs getroffen. Unliebsame Kritik an der intransparenten Herkunft des Schinkens verbieten zu wollen, ist die Fortsetzung einer Verbrauchertäuschung mit juristischen Mitteln." Im aktuellen Kontext des Krieges in Mali sei die Timbuktu-Formulierung zwar verunglückt, in ihrer Aussage über die Herkunft des Schinkens jedoch weiterhin richtig.

Auf Antrag des Schutzverbandes stufte die Europäische Union Schwarzwälder Schinken als geschützte geographische Angabe (g.g.A.) ein. Demzufolge gelten feste Kriterien für die Produktion von Schinken, der als "Schwarzwälder" verkauft werden soll. Allerdings gebe es dabei insbesondere für den Ort der Tierhaltung und Schlachtung und somit für die Herkunft des Schinken-Fleisches keinerlei Vorgaben.

foodwatch kritisiert seit langem, dass der g.g.A.-Schutz der EU Verbraucher in die Irre führe, weil es die tatsächliche Herkunft eines Produktes aus der genannten Region suggeriere. Im Gegensatz dazu gelte für die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.), dass alle Produktionsschritte in der genannten Region erfolgen müssten. Einige Hersteller von Schwarzwälder Schinken würden die Herkunfts-Illusion verstärken, indem sie ihr Produkt mit Bollerhüten oder Schwarzwald-Trachten als regional bewerben. Sie würden sich dabei zunutze machen, dass sie die Herkunft des Schinkens nicht kennzeichnen müssten.

Wie foodwatch-Sprecher Martin Rücker erklärt, fordere foodwatch eine verbindliche Herkunftskennzeichnung für die Hauptzutaten aller Lebensmittel. Bei Produkten, die Hersteller mit regionalen Aspekten bewerben, soll über das Herkunftsland hinaus mindestens bundeslandgenau auch die Herkunftsregion genannt werden.

In acht von 13 Linsenmarken fand sich das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist bei Linsen nach wie vor ein Thema, wie eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt. In acht von 13 konventionellen Marken war das Gift nachweisbar. Darüber hinaus fanden die Labore auch ein verbotenes Spritzmittel und Mineralöl in den Produkten.
Lange Zeit galt Glyphosat, das auch als Roundup bekannt ist, als unbedenklich. Nun mehren sich jedoch Hinweise, dass es nicht so harmlos ist. Eine französische Studie wies nach, dass bereits geringe Mengen von Roundup ausreichen, um menschliche Zellkulturen zu schädigen. In einer argentinischen Untersuchung führte Glyphosat zu Missbildungen bei Tierembryonen. Umso schockierender ist, dass das Mittel noch kurz vor der Ernte zum Einsatz kommen darf, damit die Linsen absterben und gleichmäßig trocknen. Und die Laborergebnisse zeigen auch, dass bei den konventionellen Linsen diese Giftdusche durchgeführt wurde. Das Untersuchungsergebnis von ÖKO-TEST zeigte, dass lediglich die getesteten Bio-Linsen keine schädlichen Substanzen aufweisen. Die neun untersuchten Bio-Produkte waren frei von Glyphosat.
Außerdem fand das Labor in zwei Produkten ein in der EU nicht zugelassenes Unkrautvernichtungsmittel in einer Menge, die über dem erlaubten Höchstgehalt liegt. In den Linsen eines französischen Herstellers wurde zudem Mineralöl nachgewiesen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Pappverpackung stammt. Diese Öle können sich im Körper anreichern und vermutlich Schäden an Leber, Lymphknoten und Herzklappen verursachen.
Das neue ÖKO-TEST-Heft ist ab sofort im Handel erhältlich.

Lebensmittelklarheit.de kann jetzt unterwegs auch mit kostenloser App genutzt werden

Das Portal www.lebensmittelklarheit.de kann jetzt auch von unterwegs mit einer App genutzt werden.

Alle Informationen über Produktmeldungen von www.lebensmittelklarheit.de können nach Mitteilung der Verbraucherzentrale ab sofort auch unterwegs genutzt werden. Möglich wird das durch die Kooperation mit dem Anbieter der Barcode-Scanner-App barcoo. So können Verbraucher direkt am Einkaufsort, auf ihrem Mobiltelefon nachsehen, ob das entsprechende Produkt bereits auf dem Internetportal der Verbraucherzentralen zu finden ist.

„Es ist nur konsequent, dass wir die Informationen über unklare Kennzeichnung oder Aufmachung von Lebensmitteln den Verbrauchern auch mobil zur Verfügung stellen", sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „So werden Verbraucher endlich, direkt vor dem Regal gezielt über irreführende Produktkennzeichnungen und die tatsächlichen Aussagen dahinter aufgeklärt." Möglich wird dieser Service durch die Kooperation des Projekts Lebensmittelklarheit mit barcoo, dem Anbieter einer kostenlosen App, die den Barcode auf Verpackungen von Lebensmitteln scannt und bereits von mehr als 7 Millionen Verbrauchern installiert worden ist. Dadurch erhalten Verbraucher schnellen Zugriff auf umfassende Informationen zu diversen Produkten.

Je nachdem, welche Zusatzinformationen das Smartphone über Produkte liefert, kann das die Kaufentscheidung beeinflussen. „Wir freuen uns daher, nun auch Informationen aus dem Portal lebensmittelklarheit.de zur Verfügung stellen zu können", so Benjamin Thym, Geschäftsführer der checkitmobile GmbH, die barcoo herausgibt. „Damit wird unser Angebot um einen weiteren wichtigen Anbieter von vertrauenswürdigen Informationen ergänzt."

Das Verbraucherportal www.lebensmittelklarheit.de bietet seit mehr als einem Jahr Verbrauchern die Möglichkeit, Produkte zu melden, bei denen sie sich durch die Kennzeichnung und Aufmachung getäuscht fühlen - Eine Internetredaktion überprüft und bearbeitet die Anfragen, und holt eine Stellungnahme des betroffenen Herstellers ein. Bei berechtigter Kritik wird das Produkt mit einer fachlichen Einschätzung der Verbraucherzentralen und der Stellungnahme des Anbieters im Portal veröffentlicht. Hartmut König, inhaltlicher Projektleiter bei der Verbraucherzentrale Hessen, sieht in der Zusammenarbeit mit barcoo den nächsten logischen Schritt zur Verbraucheraufklärung: „Nur so können Enttäuschung und Verdruss über die Kennzeichnung des Produkts schon beim Einkauf verhindert werden."

Aldi und Lidl führen in Großbritannien die Nährwertampel ein

Wissen, was drin steckt: Auch bei Schokolade wissen die Aldi- und Lidl-Kunden in Großbritannien künftig, wie es um die Nährwerte steht.

Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, werden die deutschen Discounter Aldi und Lidl in Großbritannien die Nährwertampel zur Kennzeichnung von Lebensmitteln einführen. Anhand der Farben grün, gelb und rot können Verbraucher dann auf einen Blick erkennen, ob ein Lebensmittel viel Zucker, Fett und Salz enthält.

In Deutschland haben sich Lebensmittelhersteller und -handel bisher immer gegen dieses System gewehrt, das von Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen gefordert wird. „Was sich Aldi und Lidl in Großbritannien trauen, sollten sie auch in Deutschland umsetzen“, fordert Clara Meynen, Referentin für Lebensmittelvermarktung und Ernährung beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Verbraucher wollen die Nährwertampel, das haben Befragungen gezeigt.“

Eine europaweite verpflichtende Kennzeichnung mit der Nährwertampel wurde 2011 mit der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung abgelehnt. Es ist aber weiterhin möglich, dass Lebensmittelhersteller oder -händler freiwillig die Kennzeichnung verwenden. In Großbritannien wird die Ampelkennzeichnung bereits seit Jahren von verschiedenen Firmen genutzt. Nun erklärte die größte britische Supermarktkette Tesco, eine Nährwertkennzeichnung mit Ampelsystem einführen zu wollen. Aldi und Lidl zogen nach.
Jenseits von Großbritannien wehren sich viele Nahrungsmittelkonzerne gegen eine Nährwertampel und nutzen stattdessen die sogenannte GDA-Kennzeichnung. Dabei wird mit Hilfe von Prozentzahlen angegeben, wie viel des täglichen Richtwerts für Energie, Fett, Zucker und Salz in einer Portion des Lebensmittels enthalten ist. Eine Kennzeichnung, auf die auch deutsche Unternehmen gerne zurückgreifen.

Tesco will beide Kennzeichnungen miteinander kombinieren. So soll einerseits erkennbar sein, wie viel Prozent des täglichen Richtwerts für Energie, Fett, Zucker und Salz in einem Lebensmittel enthalten ist. Andererseits soll durch die zusätzliche farbliche Hinterlegung mit grün, gelb oder rot den Verbrauchern die Bewertung erleichtert werden, ob das viel oder wenig ist. Tesco begründet diesen Schritt mit neuen Verbraucherbefragungen, die gezeigt hätten, dass Kunden zusätzlich zu den GDAs die farbliche Bewertung wünschen.

Auch in Deutschland haben Verbraucherbefragungen gezeigt, dass Verbraucher die Nährwertampel besser verstehen als die von der Lebensmittelwirtschaft präferierte GDA-Kennzeichnung. Trotzdem haben sich die meisten Hersteller und der Handel bisher vehement gegen eine Nährwertampel gewehrt. „Die kombinierte Lösung mit Ampelfarben in Großbritannien ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so Meynen. „Nun muss auch der deutsche Handel umdenken und besser auf die Wünsche der Verbraucher eingehen.“